Betreuung in der Schwangerschaft/Vorsorgeuntersuchungen

Viele Frauen meinen, dass heutzutage eine Schwangerschaft viel zu sehr aus rein medizinischem Blickwinkel betrachtet wird und dass bei den vielen Arztterminen und Diagnosetests das Natürliche am Kinderkriegen vergessen werde. Das mag sehr wohl sein. Es hat große Anstrengungen gekostet, die seelischen Bedürfnisse der werdenden Mütter wieder zu einem wichtigen Maßstab für das ärztliche Handeln zu machen. Andererseits sollten die Kritikerinnen der »kalten Medizin« die Erfolge der umfassenden medizinischen Schwangerschafts- und Geburtsbetreuung nicht gering schätzen. Ein Beleg dafür ist unter anderem die drastisch gesunkene Säuglingssterblichkeit. Es gilt die alte Volksweisheit: »Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.«

Je früher nach Eintritt einer Schwangerschaft die Frauenärztin oder der Frauenarzt aufgesucht wird, desto genauer kann der Zeitpunkt der Empfängnis bestimmt und der Geburtstermin errechnet werden. Während der gesamten Schwangerschaft ist die Wahrnehmung der vorgesehenen Vorsorgeuntersuchungen besonders wichtig.

Bei der ersten Vorsorgeuntersuchung wird eine Anamnese erhoben. Hier wird nach der Vorgeschichte der jetzigen Schwangerschaft, nach früheren Schwangerschaften und nach bestehenden Krankheiten und Risiken gefragt.

Bei den Vorsorgeterminen werden beispielsweise folgende Untersuchungen durchgeführt:

  • Messung des Körpergewichts
  • Messung des Blutdrucks
  • Urinuntersuchung auf Eiweiß- und Zuckerwerte sowie auf Nierenfunktionsstörungen
  • Blutuntersuchungen: Blutgruppe, Rhesusfaktor, roter Blutfarbstoff, Rötelnantikörper, Chlamydieninfektionen, Lues(Syphilis)-Suchtest, Hepatitis-B-Test, Test auf HIV Infektion, wenn Infektionsrisiken nicht völlig auszuschließen sind
  • Untersuchung des Bauches, um den Fundusstand (Größe der Gebärmutter) und im späteren Schwangerschaftsverlauf die Kindslage festzustellen
  • Abhören der Herztöne, in der frühen Schwangerschaft mittels Ultraschallverstärker, in der Spätschwangerschaft (ab der 29. Schwangerschaftswoche) mit einem Wehenschreiber (CTG= Kardiotokographie), wenn Risiken vorliegen
  • Untersuchung der Hände und Beine auf Schwellungen (Ödeme) und Krampfadern (Varikosis)
  • Vaginale Untersuchung (Gebärmutterhals, Scheidensekret, pH-Messung) und vaginale Sonographie (Ultraschall) der Zervix

Durch Ultraschalluntersuchungen kann das Kind im Mutterleib dargestellt werden. Geübte ärztliche Augen können mit diesen Untersuchungen kontrollieren, wie sich das Kind entwickelt. Die Dopplersonographie ist eine spezielle Ultraschalluntersuchung, bei der die Fließgeschwindigkeit des Blutes in Nabelschnur und Blutgefäßen gemessen wird. Sie wird nur bei Bedarf eingesetzt, zum Beispiel wenn die Größenentwicklung des Kindes verzögert ist oder auch bei Mehrlingsschwangerschaften, um festzustellen, ob jedes Baby gleich gut versorgt wird.


Gegen Ende der Schwangerschaft (ab der 29.Woche) werden bei Bedarf auch kardiotokographische Befunde erhoben: In der unter CTG oder Herztonwehenschreiber bekannten Untersuchung werden über einen Zeitraum von etwa 30 Minuten die kindlichen Herztöne und die Wehentätigkeit der Mutter aufgezeichnet. Während der Geburt gibt das CTG Hinweise darauf, wie das Kind die Geburt verkraftet.

EFCNI fordert europaweit für alle Schwangeren bezahlte Vorsorgeuntersuchungen.


Besonderer Dank

Wir bedanken uns recht herzlich bei BabyCare für die freundliche Bereitstellung dieses Textes.

Weiterführende Informationen zu diesem Thema erhalten Sie unter:
BabyCare: www.baby-care.de
Erich Saling Institut: www.saling-institut.de

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