Entlassung aus der Klinik

Nach der Verlegung von der Intensivstation auf die Frühgeborenenstation wird der enge Körperkontakt fortgeführt. Die Eltern lernen ihr Kind immer besser kennen und erwerben sich weitere Kompetenzen. Dieses "Vertrautwerden" der Eltern mit ihrem Baby erfordert auch auf der Frühgeborenenstation unbegrenzten Zugang der Eltern zu ihrem Kind, Möglichkeiten zu engem Körperkontakt und einfühlsame Unterstützung von Seiten der Schwestern.

In der letzten Phase des Klinikaufenthalts kann ein "Rooming-in" den Müttern Sicherheit und Vertrautheit mit dem Kind für die Zeit nach der Entlassung aus der Klinik vermitteln. Auch sollten spätestens jetzt Möglichkeiten für Geschwisterkinder geschaffen werden, das Frühgeborene ebenfalls zu besuchen, um das Zusammenwachsen der Familie zu fördern.
 
Eine wichtige Hilfe ist auch der Austausch mit anderen betroffenen Eltern in Elterngruppen, wo Eltern sich gegenseitig Hilfen beim Umgang mit ihrem Kind geben, sich Mut zusprechen und aus den Erfahrungen der anderen lernen können. Regionale Elterngruppen in der Nähe finden Eltern beim Bundesverband „Das frühgeborene Kind“ unter www.fruehgeborene.de

Die Planung das Baby nach Hause zu bringen kann sowohl Angst als auch Erleichterung auslösen. Über die Wochen oder Monate, während die Familie auf der Station war, haben sie sich wahrscheinlich an den hohen Grad der Unterstützung gewöhnt. Sowie daran, dass immer Leute um sie sind, die Fragen beantworten und Rat geben. Zuhause werden die Eltern auf sich gestellt sein.
 
Die Erwartungen, dass mit der Entlassung "alles normal" wäre, sind hoch und werden oft enttäuscht. Die Eltern sind häufig unsicher und können nicht entspannt mit den Kindern umgehen, haben Angst um die Zukunft und sind erschöpft von den täglichen Schwierigkeiten.

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